Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB Jugend Duisburg

Verleihung des Emil Rentmeister Preis

Rentmeister

Emil Rentmeister Gerd Beck

  

80. Jahre nach Beginn der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und der Ermordung unserer vier Duisburger Kollegen am 2. Mai 1933, hat die Gewerkschaftsjugend Duisburg diesen Preis gestiftet um an die Millionen Opfer zu erinnern - aber auch die Aufrichtigen im Widerstand zu ehren. Emil Rentmeister steht stellvertretend für die mutigen Frauen und Männer.

Wer war Emil Rentmeister?

Seine frühe Kindheit verbrachte Emil Rentmeister in Duisburg-Duissern. Die Schule musste er schon ein halbes Jahr früher verlassen, da er bei der AEG, als erster Volksschüler die Möglichkeit hatte, eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren.

Die Grundlagen für sein gewerkschaftliches Engagement hatte Emil bereits im Elternhaus erhalten. Aus den schrecklichen Ereignissen des 1. Weltkrieges zog er die Konsequenz und schloss sich dem Bund der Kriegsgegner an. Neben seiner Mitgliedschaft im freigewerkschaftlichen »Zentralverband der Angestellten« (ZDA), trat Emil auch der SPD und dem Freidenkerverband bei.

Mit Beginn der großen Arbeitslosigkeit wurde Emil bei der AEG entlassen. Dadurch verlor er seine gewerkschaftliche Funktion jedoch nicht, vielmehr stellte er seine vermehrte Freizeit in den Dienst seiner Gewerkschaft. Der Kampf gegen den Nationalsozialismus erhielt für Emil Rentmeister immer größere Bedeutung, denn er erlebte seine Gegenwart und sein Treiben tagtäglich. Gegenüber seiner Wohnung hatte eine SA-Standarte ihr Quartier bezogen. Auch wohnte Benno Baltes im Nebenhaus. Sein Bruder war Jacob Baltes, einer der Mörder Emil Rentmeisters. Anfang 1932 sprachen die Brüder ihn an und boten ihm eine Stelle bei einer Bank an, falls er in die NSDAP eintreten würde. Emil lehnte konsequent ab.

Um der Teilnahme an der nationalsozialistischen Verkehrung der 1. Mai-Feier als »Tag der nationalen Arbeit« zu entgehen, machte Emil und Vertraute aus dem Kreis der Naturfreunde am 1. Mai einen Ausflug nach Holland. Keiner ahnte, dass Emil am anderen Tag seinen Schergen zufällig in die Hand fiel, die ihn mit den Worten empfingen: »Aha, das ist der Richtige«. Dieser Ausspruch war praktisch sein Todesurteil. Er musste, zusammen mit Julius Birck, Johann Schlösser und Michael Rodenstock, mit nur 27 Jahren für seine Überzeugung sterben.

Wer kann sich für den Preis bewerben?

Mit der Verleihung des Emil Rentmeister Preis will die DGB Jugend Duisburg eine junge Kollegin oder einen jungen Kollegen für ihr Engagement gegen Ausgrenzung, Rassismus - und für Demokratie und Gleichberechtigung, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Arbeitswelt persönlich auszeichnen.

Folgende drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

-          Engagement im Sinne Emil Rentmeisters für eine demokratische Gesellschaft und Arbeitswelt

-          Mitglied einer der acht DGB Gewerkschaften

-          Nicht älter als 30 Jahre

Vorschläge für eine/ einen Preisträger/ -in können nur die Gewerkschaften im DGB unterbreiten. Besonders erfreut sind wir über Benennungen durch Jugendausschüsse. Für die Benennung muss lediglich das Formular ausgefüllt werden. Im April wird eine Jury dann den oder die Preisträger/ -in auswählen.

Der 1. Emil Rentmeister Preis wird am 27. April, im Rahmen des DGB NRW Kongress für Demokratie, in Duisburg überreicht.

 


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