Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 022 - 19.07.2018
Ausbildungsmarkt macht Sorgen

DGB zur Entwicklung auf dem Weseler Arbeitsmarkt

Die Veröffentlichung des aktuellen Arbeitsmarktberichtes kommentiert die DGB-Regionsgeschäftsführerin Wagner: „Die Entwicklung auf dem Weseler Arbeitsmarkt ist auf den ersten Blick weiterhin stabil. Im Vergleich zum Juni 2017 ist die Arbeitslosenquote um 0,7% auf 6,2% gesunken. Am stärksten ist der Rückgang bei jugendlichen Arbeitslosen und bei Langzeitarbeitslosen. Hier zeigen sich die Erfolge der arbeitmarktpolitischen Schwerpunkte, die in der letzten Zeit gemeinsam von Agentur, Jobcenter, Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern gesetzt wurden. Für alle, die hier Aus-, Weiterbildungs- oder Beschäftigungsmöglichkeiten bekamen, ist das ein gutes Ergebnis.  

Betrachtet man nun die Zahlen auf dem Weseler Ausbildungsmarkt, fällt sofort auf, dass noch immer viel zu wenige Ausbildungsplätze für die jungen Menschen in Wesel vorhanden sind. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wiederum gesunken, auf 3.471. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze steigt zwar bisher an, ist aber mit 2.604 noch deutlich unter der Anzahl der Suchenden. Aktuell fehlen rein rechnerisch noch 867 Ausbildungsplätze.

Zwar beginnt das Ausbildungsjahr für viele erst am 1. September, aber das bedeutet: es wird Zeit für einen kräftigen Endspurt. Denn bisher haben erst 1.439 der Bewerber eine betriebliche Ausbildungsstelle. Gleichzeitig klagen Unternehmen, dass sie keinen Nachwuchs finden. All diejenigen, die immer wieder sagen, die Bewerber seien nicht gut genug, möchten wir auf die vielen ausbildungsbegleitenden Hilfen hinweisen. Es gibt vielfältige und gute Angebote, um jungen Menschen bei Startschwierigkeiten oder vielleicht fehlenden Qualifikationen zu helfen.

Wenn Unternehmen vielleicht nicht alle Elemente eines Ausbildungsberufes umfassend vermitteln können, gibt es die Möglichkeit, im Verbund mit anderen auszubilden. Außerdem gibt es die „assistierte Ausbildung“, ein vom DGB auf Bundesebene initiiertes Modell. Wer benachteiligte Jugendliche in seinem Betrieb ausbildet, wird von einem Bildungsträger intensiv und kontinuierlich unterstützt. Nur wer heute ausbildet, sichert sich seine Fachkräfte von morgen und bleibt langfristig wettbewerbsfähig. Und übernimmt außerdem gesellschaftliche Verantwortung.“


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