Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 002 / 2017 - 19.01.2017

DGB legt Zahlen zur aktuellen Rentenentwicklung vor:

Rente muss für ein gutes Leben reichen!

Die neuesten aktuellen Zahlen der Rentenversicherung hat der DGB in einem Rentenreport zusammengefasst und fordert zugleich einen nachhaltigen Kurswechsel in der Rentenpolitik.

Die Zahlen belegen den bisherigen Trend: Die Menschen müssen immer länger arbeiten und haben dennoch geringere Rentenansprüche.

Schuld an der prekären Situation sei vor allem das ständig sinkende Rentenniveau. „Schon jetzt liegt der Rentenanspruch bei nur noch 47,5 Prozent des Nettolohns“, erläutert Ulrich Rieger vom DGB in Duisburg. „Die Konsequenzen sind deutlich spürbar: So liegen die durchschnittlichen Renten der Neurentner bei den Männern in Duisburg bei 1.105 Euro, im Kreis Wesel bei 1.210 Euro und im Kreis Kleve bei 1.053 Euro. Damit erhält ein Neurentner aktuell rund 100 Euro weniger als die Personen, die zum gleichen Zeitpunkt schon im Rentenbezug waren.

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation bei den Frauen. Die Durchschnittsrente bei Frauen liegt mit 502 Euro in Duisburg, mit 507 Euro im Kreis Wesel und 491 Euro im Kreis Kleve weiter unter der gesetzlichen Grundsicherung von 773 Euro. Frauen gehören damit zu den Verlierern des Rentensystems. Frauen sind häufiger in Teilzeit oder Minijobs beschäftigt und arbeiten vorwiegend in Branchen, in denen die Einkommen niedriger sind als in typischen Männerberufen. Die Folge ist ein Gehaltsunterschied von rund 22 Prozent gegenüber Männern, der sich am Ende bei den Rentenansprüchen niederschlage.

Der DGB hält einen Kurswechsel in der Rentenpolitik für dringend geboten um Altersarmut durch ein weiteres Absinken des Rentenniveaus zu verhindern. Der DGB schlage daher vor, die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber schrittweise von heute 18,7 Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2030 anzuheben. Damit könne der Abwärtstrend gestoppt und mittelfristig sogar eine Erhöhung des Rentenniveaus erreicht werden. Zudem müsse die politisch gewollte Mütterrente aus Steuergeldern finanziert werden.

Darüber hinaus müssten prekäre Arbeitsverhältnisse konsequent zurückgedrängt werden, betonte Ulrich Rieger. „Sichere und fair bezahlte Arbeit ist das beste Mittel gegen Altersarmut. Der Mindestlohn war ein wichtiger Schritt, um Niedriglöhne und Niedrigrenten zu bekämpfen. Wir brauchen aber noch mehr.“ Die Bundesregierung müsse sich zum Beispiel darum kümmern, Minijobs ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig zu stellen und ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit zu beschließen, so Ulrich Rieger weiter. „Aber auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst können etwas tun und sich gewerkschaftlich organisieren: Denn gute Arbeitsbedingungen gibt es vor allem dort, wo es starke Gewerkschaften und gute Tarifverträge gibt.“

 

Zur Information: Den gesamten Rentenreport sowie Grafiken zum Herunterladen finden Sie unter: nrw.dgb.de/rentenreport


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