Duisburger Bündnis Abwahl
Mit einer überwältigenden Mehrheit votieren die Senioren der Duisburger Gewerkschaften am kommenden Sonntag für eine Abwahl des Oberbürgermeisters Sauerland, um dadurch einen Neuanfang in Duisburg zu ermöglichen.
Für Günter Niel, dem Sprecher der DGB-Senioren, ist die bevorstehende Abwahl des amtierenden Oberbürgermeisters der vorläufige Höhepunkt einer wochenlangen und engagierten Auseinandersetzung um die Übernahme der politischen Verantwortung der Love-Parade-Katastrophe. „Sauerland selbst hätte sich und den Bürgern der Stadt viel ersparen können, wenn er zum richtigen Zeitpunkt die Verantwortung übernommen hätte und zurück getreten wäre“, so Günter Niel.
Den letzten Auftritt vor den DGB-Senioren hatte „noch-OB“ vor genau zwei Jahren im Duisburger Gewerkschaftshaus. Günter Niel erinnert sich noch sehr genau daran: „Damals ging es in der Diskussion um den Erhalt der Seniorenbegegnungsstätten und die Angebote für ältere Mitbürger.“ Viele kritische Stimmen gab es damals auch zur geplanten Ausrichtung der Loveparade. „Das passe nicht zu einer Stadt, die kaum noch Geld hat, um die sozialen Angebote für Ältere und Jüngere oder sozial Benachteiligte aufrecht zu erhalten“, so das damalige Fazit der DGB-Senioren.
Die Katastrophe des 24. Juli 2010 mit 21 Toten und über 500 Verletzten wird für immer in die Stadtgeschichte eingehen. Besonders das Verhalten des Oberbürgermeisters im Umgang mit dieser Katastrophe ist für die DGB-Senioren unakzeptabel. „Nach der Loveparade hätte Duisburg einen Oberbürgermeister gebraucht, der Verantwortung übernimmt, wo sie hätte übernommen werden müssen, der den Opfern und Angehörigen mit Trost und Hilfe zur Seite steht, der der tiefen Trauer der Stadt eine Stimme und ein Gesicht gibt“, so die DGB-Senioren.
Da der Oberbürgermeister Sauerland nicht bereit ist, die notwendigen Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten zu ziehen, rufen die DGB-Senioren alle Bürger dieser Stadt auf, an der Abstimmung zur Abwahl des OB am kommenden Sonntag teilzunehmen. „Vielleicht“, so Günter Niel abschließend, „wird dann auch dieser Tag - als ein positives Beispiel für Demokratie und Bürgerbeteiligung - in die Stadtgeschichte eingehen.“
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