Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 030 - 31.07.2018

DGB Duisburg: Mehr ausbilden und mehr investieren für die Chance, Berufsabschlüsse nachzuholen

Trotz der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt ist die Langzeitarbeitslosigkeit auch hier in Duisburg nach wie vor hoch. Im Juli 2018 waren 29.412 Menschen arbeitslos, davon waren 13.011 langzeitarbeitslos. Während die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 2.091 gesunken ist, ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen gegenüber dem Jahreswert 2017 nur um 792 gesunken.

Das Fehlen eines beruflichen Abschlusses ist das größte Risiko, langzeitarbeitslos zu werden bzw. zu bleiben. „Um nicht bei der rasanten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt eine große Gruppe von Menschen zu verlieren, muss das Thema Qualifizierung noch viel stärker als bisher in den Fokus genommen werden“, sagt DGB-Regionsgeschäftsführerin Angelika Wagner. „Außerdem muss dringend mehr ausgebildet werden. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass für 3.500 Bewerber in Duisburg zurzeit nur 2.800 Ausbildungsplätze zur Verfügung stehen. Das ist viel zu wenig.“

Dass Ungelernte überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen sind, zeigt sich daran, dass zwei Drittel der Arbeitslosen keinen Berufsabschluss und somit deutlich schlechtere Chancen auf eine erfolgreiche Vermittlung haben.

Das aktuelle Risiko arbeitslos zu werden, ist ohne Berufsabschluss in Duisburg 5,5mal höher, als mit Berufsabschluss.

Bei den Langzeitarbeitslosen beträgt der Anteil ohne Berufsabschluss 68,8 Prozent.

„Besonders dramatisch ist der hohe Anteil der Langzeitarbeitslosen ohne Berufsabschluss in der Altersgruppe der 25 bis 35-Jährigen“, meint Angelika Wagner, „denn sie haben ihr gesamtes Berufsleben noch vor sich“. Immerhin waren im letzten Jahr von 9498 Langzeitarbeitslosen ohne Berufsabschluss allein 2412 jünger als 35 Jahre. Davon waren 2403, also 99,6 Prozent in Betreuung des Jobcenters.

„Die Förderangebote, die zu einem beruflichen Abschluss führen, müssen deutlich verstärkt und ausreichend finanziell ausgestattet werden“, sagte Angelika Wagner. „Wir müssen hier in der Region die vom DGB angestoßene Initiative „Zukunftsstarter“ noch viel stärker nutzen, um gerade diese jungen Menschen für eine Ausbildung bzw. eine abschlussorientierte Weiterbildung zu gewinnen“. Mit diesem Programm der „Zweiten Chance“ können auch junge Menschen, die älter als 25 Jahre sind, noch einen Abschluss nachholen, dies wird finanziell gefördert.

Hier sind vor allem die Jobcenter gefragt. Doch die Jobcenter sind nach wie vor unterfinanziert. Der Eingliederungstitel sollte deswegen um mindestens eine Mrd. aufgestockt werden, fordert der DGB. Darüber hinaus muss die Zeit der Umschulung finanziell besser abgesichert werden. Angelika Wagner weiter: „es kann nicht sein, dass eine Umschulung oder eine abschlussorientierte Qualifizierung weniger honoriert wird, als ein Ein-Euro-Job.“ Der DGB schlägt deshalb die Einführung eines fortlaufenden monatlichen Weiterbildungsgeldes vor, welches auf alle anderen Bezüge anrechnungsfrei gezahlt werden soll, um die Rahmenbedingungen für den nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses deutlich zu verbessern. „Dieses Geld ist gut angelegt, mit einem Berufsabschluss steigt die Wahrscheinlichkeit auf langfristige Integration deutlich.

 

 

 


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