Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 012 / 2016 - 16.03.2016
Frauen bekommen noch immer 22 Prozent weniger Entgelt als Männer

Zum Equal Pay Day am Samstag, dem 19. März fordern die DGB-Frauen ein „RECHT auf Mehr!“

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DGB Niederrhein

Frauen in Deutschland bekommen durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das ist die Realität für erwerbstätige Frauen in Deutschland. Damit ist die Entgeltlücke hierzulande nahezu konstant und größer als in den meisten EU-Ländern. Auch wenn Frauen genauso viel und genauso gut arbeiten wie ihre männlichen Kollegen, ihr durchschnittliches Entgelt ist weiter deutlich geringer. Die Vorsitzende des DGB-Frauenausschusses in Duisburg, Helga Kuhn sagt: „Das muss sich ändern! Wir fordern nicht nur am 19. März, dem Equal Pay Day, gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit.“

Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen – in diesem Jahr ist das der 19. März. Die geschlechtsspezifische Entgeltlücke von durchschnittlich 22 Prozent ist in verschiedenen Branchen und im ländlichen Raum noch weit größer.

Die Duisburger DGB-Vorsitzende Angelika Wagner fordert die Arbeitgeber auf, sich an bestehende Tarifverträge bzw. den gesetzlichen Mindestlohn als Lohnuntergrenze zu halten: „Das hilft insbesondere Frauen, weil sie häufig zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen.“ Darüber hinaus müssten Minijobs reformiert werden, so Angelika Wagner: „am besten mit sozialer Absicherung vom ersten Euro an. Auch so elementare Rechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlter Urlaub dürfen Minijobberinnen nicht länger vorenthalten werden.“

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack setzt sich auf Bundesebene dafür ein, die Lohnlücke zu schließen: „Die riesige Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland ist ein Skandal. Ihr Ausmaß übersteigt fast alle anderen EU-Staaten. Trotzdem reagieren hierzulande die politisch Verantwortlichen nur zögerlich, wenn überhaupt. Die Einführung des Mindestlohns war ein wichtiger Schritt, aber das kann nicht alles sein. Die Bundesregierung muss endlich das Lohngerechtigkeitsgesetz von Frauenministerin Schwesig auf den Weg bringen. Es würde Frauen wirksam vor Entgeltdiskriminierung schützen. Wir unterstützen auch Arbeitsministerin Nahles in ihrem Anliegen, einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeitarbeit zu schaffen. Das würde vielen Frauen helfen, nach einer familienbedingt reduzierten Arbeitszeit ihr Stundenvolumen wieder aufstocken zu können.“

Die Duisburger Gewerkschafterinnen sind am 19. März, dem Equal Pay Day ab 11 Uhr vor dem Forum in der Duisburger Innenstadt, um dort Informationsmaterial zu verteilen und für das RECHT auf Mehr! einzutreten.


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