Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 037 - 04.09.2018

Überstunden und Schichtarbeit belasten junge ArbeitnehmerInnen

DGB Jugend veröffentlicht Ausbildungsreport

Am Montag ist zum dreizehnten Mal infolge der bundesweite Ausbildungsreport der DGB-Jugend erschienen. Dabei hat die DGB-Jugend bei den Auszubildenden nachgehakt, wie es um die Ausbildungsqualität in den Betrieben und Dienststellen steht.

Hierzu wurden bundesweit 14.959 Auszubildende aus den 25 am häufigsten gewählten Ausbildungsberufen befragt (laut Bundesinstitut für Berufsbildung).

„Ziel unserer jährlichen Befragung ist es einen Überblick über die Ausbildungslandschaft zu bekommen und wie eingangs erwähnt die Qualität der Ausbildung zu überprüfen“, so Fabian Kuntke Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend Niederrhein. Auch viele Azubis vom Niederrhein haben an der bundesweiten Befragung teilgenommen. „Uns ist es wichtig einen umfassenden Einblick zu erhalten, deshalb befragen wir die Ausbildungsexperten, nämlich die Azubis vor Ort, wie zufrieden sie mit ihrer Ausbildung sind“.

Auch in diesem Jahr deckt der Ausbildungsreport gravierende Probleme bei der Ausbildungsqualität auf.

Besonders auffällig ist, dass die Bewertung der Ausbildungsqualität stark von der jeweiligen Branche, aber auch von der Größe des Ausbildungsbetriebs abhängt. Grundsätzlich sind immer noch die meisten Auszubildenden (70,2 Prozent) mit ihrer Ausbildung zufrieden, die Tendenz sinkt jedoch und es gibt erhebliche Branchenunterschiede: Verwaltungsfachangestellte, Mechatroniker und Industriemechaniker sind über Durchschnitt zufrieden. Hotelfachleute, zahnmedizinische Fachangestellte sowie Auszubildende im Einzelhandel und in Teilen des Handwerks bewerten ihre Betriebe dagegen mangelhaft. „Hier sind die Abbruchquoten hoch und die Arbeitgeber haben Schwierigkeiten ihre Ausbildungsstellen zu besetzen“, beschreibt Fabian Kuntke die Situation auf dem Ausbildungsmarkt.

Rund 36,3 Prozent der befragten Auszubildenden mussten im vergangenen Jahr Überstunden leisten. Durchschnittlich 4,1 Stunden arbeiten die Auszubildenden, die regelmäßig Überstunden machen müssen, pro Woche mehr. 13 Prozent von ihnen bekommen für ihre Überstunden weder einen Freizeitausgleich noch eine Bezahlung. „Mal davon abgesehen, dass Überstunden in einer Ausbildung nicht vorgesehen sind, ist es ein Unding die geleisteten Stunden nicht ordnungsgemäß zu vergüten“, kommentiert Fabian Kuntke die Ergebnisse und führt weiter aus: „ Somit ist es nicht verwunderlich, das die Zufriedenheit der Azubis mit ihrer Ausbildung sinkt und bestimmte Berufe in denen häufig Überstunden anfallen sich am unteren Ende unseres Ranking wiederfinden“.

Das Thema Arbeitszeit in der Ausbildung steht dabei im Fokus der Befragung: „Neben den Überstunden ist insbesondere die Schichtarbeit ein Problem. Bei den Hotelfachleuten und den FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk sind fast 80 Prozent der Auszubildenden im Schichtdienst tätig. Bei jedem, bzw. jeder Zweiten wird die gesetzliche Ruhezeit nicht eingehalten, viele von ihnen müssen öfter am Wochenende arbeiten, obwohl das nur die Ausnahme sein sollte. Die Ausbildungsbetriebe sind hier aufgefordert, die geltenden Gesetze einzuhalten. Auszubildende dürfen nicht als billige Arbeitskräfte missbraucht werden. Eine Ausbildung ist ein Lernverhältnis“, sagt Kuntke. „Schichtarbeit, überlange Ausbildungstage und unregelmäßige Arbeitszeiten sind belastend und hinderlich für Lernerfolge. Darunter leidet letztlich auch die Ausbildungsqualität.“

Ende Oktober erscheint der Ausbildungsreport der DGB Jugend NRW, welcher die Problematik auf dem Ausbildungsmarkt auf Nordrhein-Westfalen herunterbricht. „Wir sind gespannt, ob sich der bundesweite Trend auch in NRW durchsetzt“, so Fabian Kuntke abschließend. 

 

 

 


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